Unterwegs in Dänemark

Suawi und die zwei stillen Gastgeber

Eine Reise im weissen Tesla. Eine kleine Löwin. Und zwei Begegnungen, die ganz ohne Worte auskommen.

Ein Erinnerungsfoto für SuawiIllustration · mit KI gestaltet
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Erst einmal auftanken

Auf der Reise nach Kopenhagen gab es eine Pause, die vor allem dem Auto galt. Yannicks weisser Tesla bekam Strom. Suawi bekam Aussicht. Sie hing mit ihren langen Vorderpfoten über dem Aussenspiegel des geparkten Wagens und betrachtete die Ladesäulen.

„Muss ich auch irgendwo angeschlossen werden?“, fragte sie. Yannick strich ihr über den Rücken. Nein. Bei Plüschlöwinnen reichten ein guter Fensterplatz und gelegentlich eine Umarmung. Das fand Suawi eine ausgesprochen praktische Bauweise.

Erst einmal auftankenIllustration · mit KI gestaltet
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Bitte hinten anstellen

Am Wasser wartete die Kleine Meerjungfrau. Genauer gesagt: Sie sass auf ihrem Felsen, und alle anderen warteten auf ein Foto mit ihr. Auch Yannick und Suawi stellten sich an. Vor ihnen wurden Telefone gehoben, Köpfe geneigt und noch schnell die Haare gerichtet.

Suawi brauchte keine Frisur. Sie hatte Fell. Das sass heute ungefähr so wie immer. „Für jemanden, der nie irgendwohin fährt, hat sie erstaunlich viel Besuch“, flüsterte sie.

Die Geschichte der kleinen Gastgeberin begann lange vor dieser Warteschlange: Hans Christian Andersen schrieb sein Märchen 1837. Nachdem der Brauer Carl Jacobsen eine Ballettaufführung davon gesehen hatte, beauftragte er den Bildhauer Edvard Eriksen mit einer Statue. Am 23. August 1913 wurde sie an der Langelinie aufgestellt – ein Geschenk an Kopenhagen.

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Ein Platz auf dem Schoss

Als sie an der Reihe waren, blieb Yannick hinter der Kamera. Auf das Bild sollte Suawi. Vorsichtig bekam sie einen Platz bei der Meerjungfrau, die Vorderpfoten weich über deren Schoss gelegt. Bronze war deutlich kühler als ein Autositz. Dafür wackelte hier überhaupt nichts.

„Du schaust aufs Meer, ich schaue zu Yannick“, schlug Suawi vor. „Dann haben wir alles im Blick.“ Die Meerjungfrau sagte nichts. Sie konnte das mit dem Stillsitzen wirklich gut. Suawi hielt ebenfalls still. Jedenfalls bis das Foto fertig war.

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Der Herr mit dem grossen Schlüssel

Auf dieser Reise begegnete Suawi noch jemandem, der es nicht eilig hatte: einem grossen Denker aus Metall. Er sass über einen riesigen Schlüssel gebeugt, den Kopf in eine Hand gestützt. Auf seinem Schoss fand sogar eine Plüschlöwin Platz.

Er heisst Zinkglobal – Nøglen til fremtiden, „Der Schlüssel zur Zukunft“. Der Künstler Kim Michael, bekannt als THEZINKER, schuf ihn aus ausgedienten Metall- und Maschinenteilen. Seit 2012 sitzt er am Nordre Toldbod. Seine Haltung erinnert an Rodins Denker: Aus alten Teilen ist jemand geworden, der über die Zukunft nachzudenken scheint.

Suawi sah sich die Schrauben und Räder an. „Du bist also auch zusammengesetzt“, stellte sie fest. „Bei mir ist nur mehr Füllwatte drin.“ Dann betrachtete sie den Schlüssel. Für den Tesla war er vermutlich etwas unhandlich. Aber vielleicht passte er ja zum nächsten Abenteuer.

Der Herr mit dem grossen SchlüsselIllustration · mit KI gestaltet

So war es wirklich

Fünf Erinnerungen aus Yannicks Kamera. Zum Vergrössern anklicken.